Montag, 8. Februar 2010
Hoppe fordert bessere Aufklärung über Gesundheitskosten
In Deutschland gebe es das Gefühl, dass Gesundheitsleistungen für Beitragszahler im Wesentlichen kostenlos zu bekommen seien. „Beitragserhöhungen werden nicht gewünscht, Leistungsverminderungen auch nicht“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag. Gleichzeitig lobte der BÄK-Präsident den Start von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ins Amt. „Die fast sozialistisch anmutende Gesundheitspolitik in den vergangenen 18 Jahren ist beendet“, sagte Hoppe weiter. Rösler steuere wieder in ein freiheitliches Gesundheitssystem. Dieser umfassende Richtungswechsel gehe natürlich nicht von heute auf morgen. „Aber jeder Schritt in diese Richtung ist ein wichtiger Schritt nach vorn.“ Wie Rösler hält auch Hoppe das System einer Gesundheitsprämie für gerechter als das bestehende Modell. Über die Steuern würden die Lasten besser auf starke und schwache Schultern verteilt, sagte er der Zeitung. Er habe aber Zweifel, dass bei der Gesundheitsprämie die Steuer dauerhaft den gewünschten Sozialausgleich leisten könne. Hoppe forderte zugleich Rösler auf, nicht nur über Finanzierungsfragen der Gesundheitsversorgung zu reden, „sondern über den ganzen Leistungsblock“. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung sei nicht mehr alles bezahlbar, „was wir im Medizinsystem leisten können“. Die Diskussion über Rationierung müsse endlich stattfinden. Die Ärzte rief der BÄK-Chef zu mehr Kostenbewusstsein auf. Er appellierte an die Mediziner, zu überlegen, „ob alle Leistungen wirklich immer notwendig“ seien. Das gelte auch für das Verschreiben von Medikamenten. „Manch einem Patienten wäre mit einer physiotherapeutischen Behandlung mehr geholfen, als mit einer permanenten Tablettenzufuhr.“ Es sei wichtig, sich auf das Notwendige zu konzentrieren, „um alles noch Notwendige gewähren zu können“. Hoppe geht davon aus, dass angesichts des Ärztemangels in ländlichen Regionen Hausärzte künftig nicht mehr allein Patienten betreuen werden. „Nur wenn junge Leute Medizin studieren, die wirklich als Hausärzte Patienten versorgen wollen, wird es keinen Mangel geben“, sagte Hoppe. Vermutlich werde die Entwicklung aber dahin gehen, dass Mediziner die Betreuung der Patienten mit anderen Berufen gemeinsam übernähmen – mit Pflegern und Sozialarbeitern, mit Psychotherapeuten und mit Geistlichen. © ddp/afp/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. Michael Heins am Dienstag, 9. Februar 2010, 00:04
Bürokratie
Es wäre insbesondere interessant zu Wissen, welcher Anteil die Bürokratie an den Gesundheitskosten hat...
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