Montag, 8. Februar 2010
HIV: Jede dritte Neudiagnose mit Migrationshintergrund
Berlin – Während HIV-Infektionen in der Vergangenheit vor allem unter homosexuellen Männern (MSM) und i.v.-Drogenabhängigen verbreitet waren, ist in den letzten Jahren ein Migrationshintergrund häufiger geworden. Nach aktuellen Angaben im Epidemiologischen Bulletin (5/2010; 39-44) haben ein Drittel aller neu diagnostizierten Patienten einen Migrationshintergrund, darunter viele aus den Hochendemieregionen in Subsahara-Afrika. Aus Datenschutzgründen wird bei HIV-Meldungen weder das Geburtsland noch die Staatsangehörigkeit erfasst. Registriert wird allerdings das Herkunftsland. Es ist definiert als das Land, in dem der Infizierte den größten Teil des bisherigen Lebens verbracht hat. Dies war bei etwa einem Drittel der seit 2001 gemeldeten Infektionen (bis 30.06.2009) ein Ausland, wie die Gruppe um Ulrich Marcus vom Robert-Koch-Institut in Berlin mitteilt. Die HIV-Infizierten aus Subsahara-Afrika sind überwiegend Frauen, die sich zu 90 Prozent in ihrem Heimatland infiziert haben. Da die Gesamtzahl der Migranten aus Subsahara-Afrika relativ gering ist, könnte der relative Anteil der HIV-Infizierten hier ziemlich hoch sein. Unter den HIV-infizierten Migranten aus anderen Ländern sind Männer in der Mehrzahl, die sich häufig durch MSM-Kontakte (häufig aus Zentraleuropa) oder Drogenkonsum (häufiger aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion) infiziert haben. Die Drogenabhängigen haben sich eher im Herkunftsland, die MSM überwiegend in Deutschland infiziert. Für einige Migranten aus Südost- und Osteuropa (z.B. Rumänien, Ex-Jugoslawien) ist Deutschland das Land mit der höheren HIV-Prävalenz. © rme/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. |
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